Als Schlagwort ist die Blockchain aus der aktuellen Technikdiskussion nicht wegzudenken. Dass es sich bei der Technologie um eine neuartige Datenbanklösung handelt, dürfte mittlerweile allen Beteiligten klar sein. Aber welche Trends gibt es aktuell?

Vor dem Fachtag ist nach der Konferenz.
Als innovatives und agiles Unternehmen verfolgt SEEBURGER auch Trends, wie die Blockchain im Detail. Neben unserer eigenen budgetierten Forschung und Entwicklung bezüglich kommerziell verwendbarer Blockchain-Anwendungsfälle, halten wir stets Ausschau nach neuen Ansätzen. Um neue Informationen zu sammeln und die aktuelle Situation bezüglich der Technologie zu analysieren, nahmen wir an der Blockchain Conference am 09. März in Berlin und dem EDNA Fachtag Blockchain am 21. März in Karlsruhe teil. Aus den unterschiedlichen inspirierenden Vorträgen und Workshops haben wir die interessantesten Trends der Blockchain-Landschaft übersichtlich zusammengefasst.

1) Privacy-by-Design Ansatz:

Spätestens mit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird der Schutz privater Daten von elementarer Wichtigkeit, da sonst empfindliche Strafen von bis zu 4% des Gesamtkonzernumsatzes drohen. Das mittlerweile im Gesetz verankerte „Recht auf Vergessen-werden“ führt zu diversen Komplikationen für Betreiber der Blockchain – auf der einen Seite stellt sich die Frage, wie personenbezogene Daten nun aus der nur sehr schwer nachträglich veränderbaren Blockchain wieder entfernt werden sollen. Insbesondere Daten wie die Device-ID, IP-Adressen, Wallett-Adressen ermöglichen mittelbare Rückschlüsse auf den Nutzer. Auf der anderen Seite stellt sich hier auch die generelle Frage, wie das Collector-Processor Modell der Verordnung auf die Blockchain angewendet werden kann, denn es ist nicht eindeutig, wer derjenige ist, der die Sammlung und Verwendung der Daten veranlasst und wer derjenige ist, der die technische Grundlage dafür stellt.

2) Dezentralisierte Know-Your-Customer (KYC) Angebote:

Immer mehr Projekte bieten im Zuge der DSGVO Dienste dafür an, dass Kundendaten bei Ihnen in der jeweiligen Blockchain gespeichert werden und so auf Abruf für andere Blockchain- und Business-Projekte verfügbar sind. Mit der Speicherung in der Provider-Blockchain übernehmen diese Projekte die volle Verantwortung für die Sicherheit der personenbezogenen Daten und entlasten ihre Kunden dabei, die Regelungen der DSGVO einzuhalten.

3) Shared Digital History:

Digital History in der Blockchain kann zu einem Treiber des Fortschritts für die Blockchain werden. Die Grundidee liegt darin, dass jegliche Änderungen am Status Quo aufgezeichnet werden und so einer anderen Partei eine Nachverfolgbarkeit ermöglichen. Der Ansatz ist sowohl für digitales Identitätsmanagement, Supply Chain Management und IT-Stack Änderungen denkbar.

4) Integrierte Energieversorgung in der Blockchain:

Aktuell erfolgt die Abwicklung der Marktkommunikation, der Netznutzungsabrechnung und des Messstellenbetriebs auf unterschiedlichen Ebenen. Diverse Plattformen (u.A. Electron, IOTA) versuchen diese Prozesse mit Partnern aus der Energiewirtschaft rechtlich konform in der Blockchain umzusetzen, indem sie als zentrale Datenregister fungieren sollen, auf welche die Teilnehmer im Bedarfsfall zugreifen und in welche sie neue Daten (Zählerstände, Asset-Informationen und mehr) schreiben können.

5) Tracking von Luxusgütern:

Digitale Zwillinge physischer Gegenstände sind schon seit einigen Jahren ein Thema. Mittlerweile hat die nächste Generation an Startups diesen Ansatz weiterentwickelt und verwendet die Blockchain-Technologie dazu, um den Handel und die Aufbewahrung von Diamanten, teuren Weinen und anderen Luxusgütern zu dokumentieren.

Von der längeren Schwäche des Bitcoins lässt sich das Blockchain Ökosystem kaum bremsen. Nach dem anfänglichen Hype zu den Krypto-Währungen entwickeln diverse Startups weiterhin zusammen mit großen Konzernen immer mehr praktisch verwendbare Use-Cases für eine Technologie, die tatsächlich noch in den Kinderschuhen steckt.

Allen Beteiligten dürfte neben den langsam entstehenden Use-Cases aber eine Eigenschaft der urtypischen Blockchain-Kryptrografie misfallen – der Energieverbrauch als Hindernis für die kommerzielle Anwendung. Denn der aktuelle Stromverbrauch für die Berechnung eines Blocks in der Bitcoin-Blockchain liegt bei etwa 788 kW/h in einem Fenster von jeweils 10 Minuten. Diese Summe ist das Äquivalent des täglichen Verbrauchs von zehn Haushalten in den USA und ist schlichtweg zu hoch. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklerteams diese Herausforderung lösen werden, denn ein Patentrezept gibt es dafür augenscheinlich noch nicht.

Im Laufe des Jahres werden wir weiter über Neuigkeiten von Blockchain-Veranstaltungen berichten und die Erfahrungen aus unserer eigenen Forschung und Entwicklung veröffentlichen.

Erfahren Sie hier mehr über die SEEBURGER-Lösungen