✅ Digitale Plattformen und Plattformökonomie

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Digitalisierung und Plattformökonomie im Maschinen- und Anlagenbau

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Digital Platform Economy in Mechanical EngineeringIm Zuge der digitalen Transformation im Maschinen- und Anlagenbau werden die klassischen Wertschöpfungsstrukturen immer stärker verändert. Ehemals rein physische Produkte wandeln sich zunehmend zu hybriden Produkt-Service-Systemen. Die Plattformökonomie stellt eine neue Möglichkeit zur Abwicklung von Geschäftsvorgängen dar, die auch im B2B-Bereich immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dabei werden über vielfältige digitale Plattformen Daten, Produkte und Services angeboten.

Arten von digitalen Plattformen

Es gibt viele Arten von digitalen Plattformen wie B2C-Plattformen, B2G, B2B, P2P oder Engineering Plattformen, um nur einige der häufigsten zu nennen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) definiert in seinem Whitepaper „Plattformökonomie im Maschinenbau“ vom April 2018 digitale Plattformen als „Intermediäre, die mit Hilfe von digitaler Technologie zwei oder mehr Marktteilnehmer über die Plattform verbinden und deren Interaktion vereinfachen oder sogar erst ermöglichen“. [1]

Der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) teilt in seinem Leitfaden Deutsche digitale B2B-Plattformen digitale Plattformen in zwei Kategorien auf:  datenzentrierte -und transaktionszentrierte Plattformen.[2]

Datenzentrierte Plattformen

Industrial Internet of Things-Plattformen und Daten(transaktions)-Plattformen zählen zu den datenzentrierten Plattformen. Diese Art von Plattformen generieren, sammeln und/oder speichern Informationen und bieten u. a. eine Infrastruktur für deren Austausch, Analyse und Auswertung an. Damit ermöglichen sie die Entwicklung neuer, datenbasierter Geschäftsmodelle und Dienstleistungen.

Transaktionszentrierte Plattformen

Transaktionszentrierte Plattformen ermöglichen hingegen den Austausch und Handel zwischen Akteuren in einer einheitlichen digitalen Umgebung. Hierzu zählen digitale B2B-Marktplätze, Retail- und Fertigungsplattformen, Supply-Chain-/Logistikplattformen und Vernetzungsplattformen.

Wirtschaftliche Bedeutung von digitalen Plattformen

Im Bereich der digitalen B2B-Marktplätze entstehen derzeit vor allem vertikal strukturierte Plattformen. Dabei bieten Maschinen- und Anlagenbauer ihre Produkte, Zubehör, Ersatzteile und Services und zunehmend auch digitale Services über digitale Plattformen an. Ergänzt wird dieses Angebot durch Anbieter von Rohmaterialien, Logistikdienstleister, Finanzierungsdienstleister oder Softwarehäuser für durchgängige Integration und Datentransfer.

B2B-Plattformen und Marktplätze dienen vorwiegend der Darstellung von kaufmännischen und technischen Informationen zu Produkten unterschiedlicher Marken. So können dort beispielsweise Beschaffungsprozesse digitalisiert werden. Idealerweise werden erforderliche Systeme wie ERP, CRM, PIM und Lieferanten für einen effizienten Datenaustausch und Durchgängigkeit angebunden. Somit werden die Daten bei der Bestellauslösung in Echtzeit übertragen und stimmen als Bestellung im Kundensystem und als Auftrag im System des Lieferanten exakt überein.

Die SEEBURGER Business Integration Suite als B2B Plattform für PDM/PLM und E-Procurement
Abbildung 1: Die SEEBURGER Business Integration Suite als B2B Plattform für PDM/PLM und E-Procurement

Laut des Artikels des BDI vom 23.06.2020 Die zweite Plattformrevolution: Digitale B2B-Plattformen „Made in Germany“nutzten Ende 2018 bereits 67 Prozent der Unternehmen der Industrie und der industrienahen Dienstleistungen in Deutschland Plattformen. Knapp sieben Prozent der Wertschöpfung in diesem Bereich hing substanziell von der Nutzung von Plattformen ab. Das entspricht immerhin 112 Milliarden Euro. Die Hauptgründe für den Einsatz von Plattformen sind neben dem Vertrieb an Unternehmenskunden, der Einkauf von Produkten sowie die Erstellung von Produkten und Dienstleistungen zusammen mit Dritten. Die Nutzung von Plattformen führt bei den meisten Unternehmen zu zusätzlichen Umsätzen.“ [3]

Bedeutung von Omni-Channel im Kontext der Plattformökonomie

Bedingt durch die Digitalisierung vollzieht sich gerade im industriellen Umfeld ein Paradigmenwechsel. Die Art und Weise von Beschaffung und Service im Maschinen- und Anlagenbau ändert sich nachhaltig. Omni-Channel-Vertrieb gewinnt dabei insbesondere im elektronischen B2B-Geschäft zwischen Unternehmen hohe Bedeutung. Unternehmen schätzen Omni-Channel-Services und erwarten einen kundenspezifischen B2B-Prozess, integriert auf allen Kanälen und Systemen wie beispielsweise CRM, ERP, PIM, Online-Shop, Webseite oder Printkatalog, das ganze am PC-Arbeitsplatz, mobil mit Smartphone oder über Tablet erreichbar. Denn beim Omni-Channel-Vertrieb werden industrielle Güter & Produkte, Ersatzteile oder digitale Services über verschiedene Vertriebskanäle verkauft, die untereinander integriert sind.

Um Maschinen- und Anlagenbauer Omni-Channel-fähig zu machen, müssen die B2B-Prozesse über alle Kanäle und Systeme hinweg durchgängig und konsistent gestaltet sein und sich möglichst in Echtzeit durchführen lassen. Der dafür nötige Ausbau der digitalen B2B-Vertriebskanäle erfordert bestimmte organisatorische wie auch technologische Voraussetzungen, vor allem eine durchdachte Integrationsplattform.

SEEBURGER Omnichannel Integration – integrated order fulfillment for a continuous customer journey
Abbildung 2: SEEBURGER Omnichannel Integration – ganzheitliches Order Fulfillment für eine durchgängige Customer Journey

Echtzeitintegration im Werkzeugmaschinenbau

Werkzeugmaschinenbau als Teilbranche der Maschinen- und Anlagenbau liefert Bearbeitungszentren, Pressenlinien und weitere Maschinen, die die Effizienz von Produktionssystemen und damit die Produktivität erhöhen. Von den Digitalisierungslösungen des Werkzeugmaschinenbaus erhoffen sich die Kunden neben der Störungsreduktion, Erhöhung der Bearbeitungsgeschwindigkeit und Effizienz auch Unterstützung bei der Flexibilisierung der Fertigungsbereiche und eine leichtere Bedienbarkeit der Maschinen und Anlagen.

Eine durchgängige Vernetzung der Systeme, die Steuerung des gesamten Wertstroms auf der Grundlage von Echtzeitdaten und ein durchgängiger digitaler Dokumentationsprozess sind die Voraussetzungen für effiziente Prozesse.

Von der Insellösung zur B2B-Plattformökonomie

Die Herausforderungen für den Maschinen- und Anlagenbau sind umfangreich. Denn die Komplexität der B2B-Landschaft erzeugt Vielzahl von Plattformen. Dazu kommt die Vielfalt der Anbieter auf der Plattform, die Betreiber der Plattform und die Kunden, als Nutzer der Plattform, alle mit Ihren eigenen Prozessen, Daten und Systemen.

Für Anbieter neutraler Plattformen stellt sich die Aufgabe, nicht nur in eigenen Insellösungen zu denken. Digitale Plattformen, die selbst wieder in einer Plattformökonomie weiter vernetzt sind, werden für Kunden viel interessanter und können Wettbewerbsfördernd wirken.

Die Plattformökonomie wird als wichtiges Element der Differenzierung von Maschinenbauern der Mehrwert sein, der über digitale Services und Geschäftsmodelle zur Verfügung gestellt wird. Eine Positionierung in der Plattformökonomie muss deshalb essentieller Bestandteil der Geschäftsstrategie eines jeden Maschinen- und Anlagenbauers werden.

Plattformstrategie definieren und umsetzen

Die Plattformökonomie ist dabei, den Maschinen- und Anlagenbau maßgeblich zu verändern. Dabei werden Geschäftsfelder ersetzt, verändert und erneuert. Maschinen- und Anlagenbauer müssen sich für die Plattformökonomie eine klare Plattformstrategie erarbeiten.

SEEBURGER hilft mit einer agilen Vorgehensweise bei der Konzeption, Planung und Umsetzung des Plattformgeschäftsmodells und unterstützt Kunden

  • durch ganzheitliche, prozessbasierte Digitalisierungs- und Managementberatung
    • bei der Identifikation von Anforderungen von Maschinen- und Anlagenbauern an digitale Plattformen und Plattformökonomie,
    • bei der Bewertung und Optimierung der bereits angebotenen Produkte und Services auf ihr jeweiliges Potenzial zum Angebot auf einer digitalen Plattform,
    • bei der Gestaltung von unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Prozessen und Organisationsstrukturen im Hinblick auf Plattformökonomie,
    • bei der Definition, Konzeption, Kombination und Umsetzung des plattformbasierten und klassischen Geschäftsmodells zu einem durchgängigen hybriden Geschäftsmodell,
    • beim Aufbau eines eigenen Plattformgeschäftsmodells mit oder ohne weitere Partner auf Grundlage von unternehmensspezifischen Produkt- oder Service-Systemen.
  • durch den Plattformintegrator
    • bei der nahtlosen Integration von bestehenden und durch die digitalen Plattformen entstehenden Ökosystemen als weiterer Absatzkanal.

SEEBURGER unterstützt damit Maschinen- und Anlagenbauer durch Analyse, Konzeption, Definition der unternehmensspezifischen Plattformstrategie und des zugrundeliegenden Produkt- und Dienstleistungsangebots, um darauf aufbauend die Potenziale der Plattformökonomie für das eigene Unternehmen zu erschließen und plattformbasierten Geschäftsmodells aufzubauen. Nutzen und Vorteile einer ganzheitlichen, prozessbasierten Beratung stellen wir Ihnen in Teil 2 vor.

Darüber hinaus sorgt die Firma SEEBURGER mit der Business Integration Suite und zentralen Integrationsplattform für standardisierten Austausch von Informationen, Datensicherheit und -integrität zwischen dem Nutzer (Kunde), Partner und Betreiber digitaler Plattformen.

 


[1] Plattformökonomie im Maschinenbau, Herausforderungen – Chancen – Handlungsoptionen, VDMA, Deutsche Messe, Roland Berger, April 2018, Seite 3

[2] Leitfaden Digitalpolitik Praxisbeispiele: Deute digitale B2B-Plattformen, Auf Deutschlands industrieller Stärke aufbauen. Ein Ökosystem für B2B-Plattformen fördern. Dr. Thomas Koenen, Steven Heckler, Juni 2020, Seite 7

[3] Die zweite Plattformrevolution: Digitale B2B-Plattformen „Made in Germany“, BDI e. V., Steven Heckler, Stefanie Ellen Stündel, 23.06.2020


 

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Über den Autor:

Seref Erkayhan
Dr.-Ing. Seref Erkayhan ist als Produktmanager für Engineering (CAD/CAx)- und Produktdatenaustausch bei der SEEBURGER AG tätig und leitet den Geschäftsbereich für Maschinen- und Anlagenbau.

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