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E-Invoicing in Kroatien über PEPPOL zum 1. Juli 2019

Kroatien schreibt E-Invoicing für Business-to-Government (B2G) zum 1. Juli 2019 vor

Gemäß der EU-Richtlinie 2014/55 soll E-Invoicing für B2G mit Frist zum April 2019 europaweit eingeführt werden. Kroatien hat als eines der ersten Länder diese Frist eingehalten und schreibt E-Invoicing für B2G zum 1. Juli 2019 vor.

Anfang 2018 hat die kroatische Regierung dem Parlament einen Gesetzesentwurf über elektronische Rechnungen für das öffentliche Auftragswesen vorgelegt und am 17. Oktober 2018 den Beschluss 94/2018 gefasst. Diesem Beschluss zufolge wird in Kroatien das Format OASIS UBL 2.1 (der Versand erfolgt über PEPPOL) für elektronische Rechnungen an öffentliche Auftraggeber anerkannt und erwartet. Erfahren Sie mehr über PEPPOL in unserem Blog mit einer Einführung in PEPPOL.

 

Die Fristen des Mandats sind wie folgt:

  • Seit dem 1. Dezember 2018 sind alle öffentlichen Auftraggeber verpflichtet, elektronische Rechnungen empfangen zu können.
  • Ab dem 1. Juli 2019 sind alle Lieferanten verpflichtet, nur noch elektronische Rechnungen an öffentliche Auftraggeber auszustellen.

E-Invoicing in Kroatien: Wie werden die Rechnungsdaten übertragen?

Alle elektronischen Rechnungen werden zentral über die Finanzagentur (Financial Agency FINA) übermittelt. Die FINA fungiert dabei als zentraler Informationsbroker, der über eine zentrale Plattform elektronische Rechnungen und Begleitdokumente von den Lieferanten gemäß der Europäischen Norm (EN) empfängt und an die öffentlichen Auftraggeber weiterleitet. Technologisch handelt es sich bei der zentralen FINA B2G-Plattform um einen sogenannten PEPPOL Access-Point (Empfänger), der elektronische Rechnungen gemäß EN 16931-1, d.h. OASIS UBL 2.1 oder CII akzeptiert.

Die FINA B2G-Plattform steht mittlerweile bereit für den Empfang elektronischer Rechnungen, aber noch sind nicht alle Behörden an die Plattform angebunden. Der Prozess der Anbindung von weiteren Behörden an die Plattform läuft aktuell noch. Dessen ungeachtet ist ab 1. Juli 2019 die Nutzung der zentralen FINA B2G-Plattform für öffentliche Auftraggeber, für Herausgeber von elektronischen Konten bei öffentlichen Ausschreibungen und für Informationsbroker, die den Austausch von elektronischen Rechnungen nebst Begleitdokumenten bei öffentlichen Ausschreibungen als Dienstleistung anbieten, zwingend vorgeschrieben.

Die SEEBURGER AG bietet einen speziellen „Plug-and-Play“ Cloud-Service für Lieferanten, die mit öffentlichen Auftraggebern in Kroatien Geschäfte machen. Dieser Cloud-Service verfügt über eine einfache Schnittstelle, die es Lieferanten ermöglicht, ihre Rechnungsdaten in einem Standardformat zu übergeben und kapselt die Komplexität der elektronischen Rechnungszustellung über die FINA B2G-Plattform über das Format OASIS UBL 2.1. Der Cloud-Service kann unabhängig vom ERP-System des Lieferanten genutzt werden und beinhaltet die gesetzlich vorgeschriebene Archivierung für Kroatien. Sofern gewünscht, kann für den Kunden gegen Aufpreis auch eine individuelle Anbindung realisiert werden.

E-Invoicing in Kroatien
E-Invoicing in Kroatien über PEPPOL zum 1. Juli 2019

Abbildung: Rechnungstellung über die FINA B2G-Plattform in Kroatien

Welche Strategie verfolgt Kroatien im Bereich Business-to-Business (B2B)?

Die Finanzagentur FINA kann bereits heute elektronische B2B-Rechnungen senden und empfangen, da die FINA eine zweite FINA B2B-Plattform für Unternehmen betreibt. Im B2B-Bereich wird jedoch nur das Format UBL 2.1 auf Basis von PEPPOL BIS 3.0 akzeptiert. CII wird nicht unterstützt.

Derzeit gibt es noch keinen Vorschlag des „Ministeriums für Wirtschaft, Unternehmertum und Handwerk“, die elektronische Rechnungsstellung auch für den B2B-Bereich gesetzlich verpflichtend zu machen. Dies würde bedeuten, dass alle Rechnungen zwischen kroatischen Unternehmen über die zentrale FINA B2B-Plattform ausgetauscht werden müssten. Die Existenz der FINA B2B-Plattform sowie die Entwicklungen in anderen Ländern geben jedoch Anlass zur Annahme, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wann dies mit einer Steuermeldung obligatorisch verbunden wird. Beispiele sind Italien und Ungarn.

Fazit

Wir sehen einen wachsenden Trend in Ländern wie Schweden, Norwegen, Finnland, Polen oder jetzt auch Kroatien PEPPOL einzuführen, um die Anforderungen für die elektronische Auftragsvergabe rechtzeitig zu erfüllen. Kroatien ist eines der wenigen Länder, in denen eine entsprechende E-Invoicing-Infrastruktur bereits vorhanden ist und die vor Ablauf der EU-Frist zur Verfügung steht.

Trotz zunehmender Standardisierung ist und bleibt E-Invoicing komplex. Die technischen Anforderungen sind in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich und entwickeln sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten weiter. Gerade wenn Sie in vielen Ländern tätig sind, ist es sinnvoll, für Ihre E-Invoicing-Vorhaben einen Cloud-Partner auszuwählen, der mit den unterschiedlichen länderspezifischen Anforderungen vertraut ist und diese aus einer Hand erfüllen kann. Alternativ können Sie alles selbst implementieren und betreiben oder sich auf einzelne lokale Anbieter verlassen, die jedoch auch wieder einzeln gemanagt werden müssen.

In jedem Fall muss das E-Invoicing-System  PEPPOL und ggf. andere Formate beherrschen und einfach und zuverlässig an das jeweilige ERP-System mit den Rechnungsdaten angebunden werden können.

Mit den SEEBURGER Cloud Services können Sie schnell und einfach EU-konforme Rechnungen an Behörden und andere Partner in Kroatien über PEPPOL versenden. Dabei empfehlen wir das Format UBL 2.1 zu verwenden, da das Format CII bei einer Erweiterung auf den B2B-Bereich vermutlich nicht unterstützt wird und UBL als Standard für beide Richtungen benutzt werden kann.

 

Sprechen Sie uns an, wenn Sie mehr Informationen benötigen oder die Umstellung für Kroatien rechtzeitig veranlassen wollen.

 

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Von | 18. Juni 2019
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Über den Autor:

Andreas Killinger
Andreas Killinger ist seit 2014 SAP Produktmanager bei der SEEBURGER AG für Software-Applikationen und -Services für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch. Seine Schwerpunkte liegen auf Lösungen in SAP sowie der elektronischen Rechnung (E-Invoicing) für international agierende Kunden. Er ist gelernter Industriemechaniker und studierte Recht- und Verwaltungswissenschaften. Nach Berufsstationen im öffentlichen Dienst, war er von 1999 bis 2013 als SAP Senior Consultant und SAP-Projektleiter für eine der Top-Ten Unternehmensberatungen in internationalen SAP Projekten tätig.