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Einkauf für die Industrie 4.0

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Einkauf für die Industrie 4.0Herausforderungen bei der Digitalisierung von Einkaufs- und technischen Beschaffungsprozessen im Maschinen- und Anlagenbau. Wie entwickelt sich der Einkauf für Industrie 4.0?

Der Einkauf Industrie 4.0 hat die Schlüsselposition in der digitalen Transformation

Einkauf und technische Beschaffung haben schon immer einen entscheidenden Einfluss auf Kosten und Kapitalbindung und damit auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Für produzierende Unternehmen, nicht nur im Maschinen- und Anlagenbau, ist der Einkauf aufgefordert im Zuge der Digitalisierung ihrer Prozesse, Produkten und Services seinen Verantwortungs- und Handlungsbereich neu zu justieren.

Schon durch die bisherigen Digitalisierungsmaßnahmen wurden bis heute laut zahlreichen Studien die Effizienz und Effektivität von Einkaufs- und Beschaffungsprozessen um etwa 50 Prozent gesteigert, was sowohl die Lieferfähigkeit als auch das erreichbare wirtschaftliche Ergebnis des Unternehmens ganz entscheidend beeinflusste. Dabei wirkte die IT und Digitalisierung in der Verbesserung und Optimierung sowohl auf interne wie auch externe Prozesse. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 befindet sich der Einkauf mehr denn je in einer Schlüsselposition bei der Etablierung und Weiterentwicklung digitaler Wertschöpfung.

Viele dieser unmittelbaren und zukünftigen Herausforderungen der digitalen Transformation auf den Einkauf wurden auf dem Einkäufer-Forum des BME (Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik) in Iffezheim Ende Juni 2019 thematisiert. Unter den etwa 80 Teilnehmern bestand großes Einvernehmen, dass auch wenn die Diskussionen hierzu immer neue nebulöse Begrifflichkeiten wie „Einkauf 4.0“ hervorbringen, die Effekte und Bedarfe jedoch immer deutlicher in Erscheinung treten.

BME Region Karlsruhe
BME-Region Karlsruhe

Status Quo: Frühzeitige Einbindung des Einkaufs ist erfolgskritisch

Zahlreiche Untersuchungen über Produktkosten entlang des Produktentstehungsprozesses zeigen, dass mehr als die Hälfte der Kosten bereits in der Entwicklung und Konstruktion festgelegt werden. Dies geschieht z.B. in Form von technischen Spezifikationen sowie bei der Auswahl von Komponenten und Lieferanten. Sichtbar werden diese Kosten jedoch erst später während der Fertigung oder im Einsatz, insbesondere, wenn daraus Mehrkosten und Reklamationen auch aufgrund falscher Einkaufsentscheidungen resultieren.

Gerade diese Kluft zwischen Kostenfestlegung in der Entwicklung und unsicherer späterer Kostenentstehung macht deutlich, warum speziell die Zusammenarbeit zwischen Einkauf und Fachbereichen wie Entwicklung, Produktion und Service ein besonders hohes Einsparpotenzial aufweist. Dies kann heute nur durch eine integrierte, IT gestützte Kooperation und Austausch zwischen Einkauf, Fachbereichen und Lieferanten erfolgen.

Ein Beispiel ist hier die Kooperation mit Entwicklung und Konstruktion. Durch die frühe Integration des Einkaufs und der technischen Beschaffung in die Produktentwicklung und dem Produktentstehungsprozess können Kostenaspekte und die Auswahl und Veränderungen in der Lieferantenbeziehung frühzeitig berücksichtigt werden.

Ob über Plattformen oder im direkten Austausch mit Lieferanten: die Integrationsfähigkeit beginnt in den innerbetrieblichen Prozessen. Zugehörige CAD-Zeichnungen, Stücklisten und weitere relevante Dokumente wie bspw. vereinfachte 3D CAD Modelle müssen prozessgeführt an eine Bestellung gebündelt dem Lieferanten zur Verfügung gestellt werden. Da es sich hierbei meist um sehr sensible und teilweise recht große Dateien handelt, ist der Versand per E-Mail keine sichere Wahl. Eine Managed File Transfer (MFT) Lösung kann hier die Compliance-Anforderung gemäß Gesetzgeber, Branchenstandards und Datenschutzbestimmungen für einen sicheren und effizienten Datentransfer erfüllen. Gerade in der Verbindung mit einem API-Integrationsansatz können die unterschiedlichsten Übertragungswege und Knoten verwendet werden, um den Austausch sicher und prozessgesteuert durchzuführen.

Der Einkauf agiert schon früh im Anfrage- und Auswahlprozess als Vermittler zwischen Lieferant und Entwicklungsabteilung und muss entsprechende Informationen und Alternativen aus verfügbaren Katalog- (BMEcat) und Produktdaten bewerten und diese in einem Make-or-Buy Entscheidungsprozess einbringen. Hierbei gilt es das Zusammenspiel der internen Systeme (ERP, PDM, Portale, etc.) sicherzustellen. Auch in den sich später anschließenden Phasen ist ein bestenfalls elektronischer Abwicklungs- sowie Bestell & Rechnungsprozesses, der ebenfalls Freigaberegeln folgt, heute ohne Integration für die verwendeten Daten kaum noch zu stemmen.

Plattformökonomie und digitale Services als Treiber der Digitalen Transformation fordern den Einkauf neu heraus

Die Plattformökonomie stellt den Maschinen- und Anlagenbau vor große Herausforderungen. Die Verschiebung wesentlicher Wertschöpfungs- und Umsatzanteile zu digitalen Services (die häufig direkt über diese Plattformen angeboten werden) erfordert ein Umdenken im Sourcing insgesamt.

Im Zeitalter der digitalen Services (Bsp. Machine-as-a-Service) ändert sich die Art und Weise der Beschaffung von Systemen, Teilen und Service nachhaltig. Dabei verändert sich im Einkauf und der Beschaffung der Blickwinkel auf Preis, Qualität und Verfügbarkeit digitaler Güter (Daten) und Services:

  • Marktplätze für industrielle Güter und Services auf Basis von IoT-Plattformen bieten einen tieferen und zeitlich vorgelagerten Einblick in die Prozesse und Leistungen der Lieferanten.
  • Die Verantwortung für Teile und Systemverfügbarkeiten etwa über Betreibermodelle an Lieferanten wird übergeben, wie beispielsweise in einem VMI-Ansatz (Vendor Managed Inventory), so gilt es die Fähigkeiten der Lieferanten in der Erbringung und im Betrieb kontinuierlich überprüfen zu können.
  • Die Fähigkeit der Rückverfolgbarkeit und Statusüberwachung von Aufträgen gilt es nach Beauftragung sicherzustellen.

In allen diesen Bereichen wird der Einkäufer als Überwacher und Manager der Lieferantenbeziehung zum Befähiger und Risikominimierer neuartiger digitaler Services, die intern in der Produktion oder für eigene Leistungserbringung nach extern genutzt werden.

Abbildung: Einbindung der Lieferanten als zentraler Faktor für die digitale Transformation
Abbildung: Einbindung der Lieferanten als zentraler Faktor für die digitale Transformation

Der Einkauf muss sich früher und tiefer mit der Entstehung von Bestellanforderungen im Unternehmen und Services sowie der Ausführung beim Lieferanten auseinandersetzen und einbringen, um die Beschaffung insgesamt zu optimieren. Dieser Handlungsbereich stärkt seinen Verantwortungsbereich als Hüter und Entwickler der Lieferantenbeziehung und fordert den Einkauf auf eine Schlüsselposition in der Definition um Umsetzung der digitalen Transformation einzunehmen.

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Über den Autor:

Martin Schmitt
Martin Schmitt ist bei der SEEBURGER AG seit März 2016 als Sales Manager im Bereich Maschinen- und Anlagenbau innerhalb Deutschlands tätig. Bereits seit 2003 ist er in der Kundenberatung tätig und bringt viel Erfahrung für die Betreuung der Kunden und Interessenten für komplexe Prozesse mit.

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