📅 ZUGFeRD 2.1 und Factur-X 1.0 – neue Releases

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Frankreich und Deutschland veröffentlichen ihre neue Version des gemeinsamen Standards fĂĽr die elektronische Rechnungsstellung – ZUGFeRD 2.1 und Factur-X 1.0 von FeRD und FNFE-MPE.

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ZUGFeRD 2.1 and Factur-X 1.0Mit den neuen Versionen von ZUGFeRD 2.1 und Factur-X 1.0 veröffentlichen das Forum für elektronische Rechnungsstellung Deutschland (FeRD) und das Forum National de la Facture Électronique et des Marchés Publics Électroniques (FNFE-MPE) ihre neue gemeinsame und EN 16931-konforme Version von ZUGFeRD 2.1 und Factur-X 1.0.

Das EU-konforme Rechnungsformat ZUGFeRD 2.1 / Factur-X 1.0

Der ZUGFeRD / Factur-X-Standard ist ein hybrides elektronisches Rechnungsformat, das aus zwei Komponenten besteht: einer PDF-Datei und einer eingebetteten XML-Datei. Das PDF ist die visuelle Darstellung der Rechnung und kann daher leicht gelesen werden.

Die XML-Datei hingegen enthält die Rechnungsdaten in strukturierter Form, so dass sie automatisch verarbeitet werden können. Ihre technischen Spezifikationen basieren auf dem internationalen UN/CEFACT-Standard Cross Industry Invoice (CII) und dem ISO-Standard PDF/A-3. Sie entspricht der europäischen Norm EN 16931, welche die Anforderungen an elektronische Rechnungen an Kunden des öffentlichen Sektors (B2G) regelt. ZUGFeRD 2.1 und Factur-X sind vollständig kompatibel und technisch identisch.

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich seit 2015

Als Ergebnis haben Deutschland und Frankreich gemeinsam einen Standard entwickelt, der die elektronische Rechnungsstellung auf internationaler Ebene erleichtern wird. Beide Foren werden offiziell unterstützt und arbeiten seit 2015 zusammen, mehrere deutsch-französische Workshops wurden durchgeführt, einer davon bei der SEEBURGER AG in Bretten im April 2016.

Auf der ConfĂ©rence numĂ©rique franco-allemande am 27. Oktober 2015 in Paris wurden mit der Entwicklung des gemeinsamen E-Invoicing-Standards mit dem gemeinsamen Namen „Factur-X“ die Weichen fĂĽr eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Digitalisierung und des Wirtschaftswachstums gestellt.

Nach den von beiden Ländern bereits ergriffenen Maßnahmen zur Entwicklung der elektronischen Rechnungsstellung unternehmen Deutschland und Frankreich nun gemeinsame Anstrengungen, um zur Entwicklung gemeinsamer technischer Standards für die elektronische Rechnungsstellung beizutragen. Die Annahme solcher gemeinsamen Standards wird die Transaktionskosten senken und damit die weitere Entwicklung des elektronischen Austauschs erleichtern sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigern.

„Die Veröffentlichung eines gemeinsamen Standards fĂĽr die elektronische Rechnungsstellung und die Synchronisierung des deutschen und französischen Hybridformats ist das Ergebnis einer langen Zusammenarbeit zwischen der FeRD und dem FNFE-MPE“, sagt Cyrille Sautereau, Vorsitzender des Forum National de la Facture Électronique et des MarchĂ©s Publics Électroniques.

Anwendung fĂĽr B2B- und B2G- E-Invoicing und ERP-Integration

Elektronische Rechnungen im ZUGFeRD- und Factur-X-Format sind bereits weitgehend in die Buchhaltung, in Softwarelösungen für Enterprise Resource Planning (ERP) und in die einheitliche Plattform von Chorus Pro für französische B2G-Rechnungen integriert. Die AIFE (Agentur für Finanzinformationstechnologie der französischen Regierung) hat Factur-X als verfügbares Hybridformat seit Mai 2018 in Chorus Pro integriert, Details siehe unser Blog Rechnungen an die öffentliche Verwaltung in Frankreich über die Plattform Chorus Pro verschicken.
Andere Länder weltweit verwenden den gemeinsamen Standard. Auch die Schweiz empfiehlt offiziell die Verwendung eines hybriden Rechnungsformats, das auf dem deutsch/französischen Standard ZUGFeRD/Factur-X basiert. Details finden Sie in unserem Blog Die Schweiz empfiehlt die Verwendung des deutsch/französischen E-Invoicing-Standards.
Die neuen Versionen ermöglichen auch den Austausch von standardisierten elektronischen Rechnungen zwischen Unternehmen (B2B) sowie zwischen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen (B2G).

B2G E-Invoicing gewinnt an Bedeutung in einer Zeit, in der alle Ebenen der öffentlichen Verwaltung einschließlich der Bundesländer und Kommunen verpflichtet sind, den Empfang und die Verarbeitung elektronischer Rechnungen bis spätestens 18. April 2020 in Europa gemäß der EU-Norm 16931 zu gewährleisten.

Gratis Download von ZUGFeRD 2.1 und Factur-X 1.0

Ăśber FeRD

Das „Forum Elektronische Rechnungsstellung Deutschland“ (FeRD) ist die nationale Plattform von Verbänden, Ministerien und Unternehmen zur Förderung der elektronischen Rechnungsstellung in Deutschland. Hochrangige Landesbehörden, Bundesministerien und Wirtschaftsverbände haben das Forum am 31. März 2010 in Berlin gegrĂĽndet. Die FeRD ist Teil der „Arbeitsgemeinschaft fĂĽr Wirtschaftsverwaltung“ (AWV), die ihrerseits vom Bundesministerium fĂĽr Wirtschaft und Energie finanziell unterstĂĽtzt wird.

Ziel des Forums ist es, die Akzeptanz und Verbreitung der elektronischen Rechnung in Deutschland, Europa und darüber hinaus zu erhöhen. Die Struktur der FeRD umfasst Kompetenzzentren, die Fragen der Kommunikation, Konformität, Technik und Vernetzung behandeln.

Ăśber FNFE-MPE

Das im Januar 2012 gegründete National Forum for Electronic Invoicing and Marketplace & Public E procurement (FNFE-MPE) wurde im April 2016 als Verein gegründet. Seine Aufgabe ist es, eine möglichst umfassende Beratung zwischen allen öffentlichen und privaten Akteuren Frankreichs im Zusammenhang mit der Einführung elektronischer Rechnungen und der öffentlichen elektronischen Beschaffung auf dem nationalen Markt und in Zusammenarbeit mit anderen nationalen Foren der EU-Mitgliedstaaten zu ermöglichen. Der FNFE-MPE ist eine Einrichtung, die Vorschläge für die Definition von Vorschriften, öffentlichen Maßnahmen und jeglichen Anreizmaßnahmen, die zu diesem Ziel beitragen, unterbreitet. Er beteiligt sich an den europäischen Normungsarbeiten, insbesondere an der EN 16931 und deren Umsetzung in der hybriden Rechnungsnorm Factur-x / ZUGFeRD. Der FNFE-MPE hat mehr als 65 Mitglieder, Unternehmen, Verbände, Branchenvertreter, Berufsverbände, Dienstleister, Software-Redakteure, Experten und Berater, und vertritt Frankreich beim Europäischen Multi-Stakeholder-Forum für elektronische Rechnungsstellung (EMSFEI). Sie unterstützt und fördert die Annahme von Standards und bewährten Verfahren für die Einführung der elektronischen Rechnungsstellung in Unternehmen aller Größen und Sektoren.

Über SEEBURGER – Motor der Digitalisierung und Standardisierung

Durch die aktive Teilnahme an UN/CEFACT, FeRD und den deutsch/französischen Workshops von FNFE-MPE und FeRD trägt SEEBURGER maßgeblich zur Entwicklung von Factur-X, ZUGFeRD und anderen internationalen Standards für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen bei.

„Wir freuen uns, mit der Erstellung der Versionen ZUGFeRD 2.1 und Factur-X 1.0 einen Meilenstein in der deutsch-französischen Zusammenarbeit zur Etablierung eines gemeinsamen internationalen E-Invoicing-Standards gesetzt zu haben. Die vollständige Harmonisierung ist das Ergebnis der seit 2015 etablierten Digitalisierungsinitiativen zwischen FNFE-MPE und FeRD“, sagt Rolf Wessel, Leiter des Kompetenzzentrums 3 FERD ‚Standards, Formate & Integration‘, Projektleiter UN/CEFACT und Produktmanager der SEEBURGER AG.

Der ZUGFeRD/ Factur-X-Standard beispielsweise verwendet die neueste Version der UN/CEFACT-Syntax für branchenübergreifende Rechnungen (CII) der Vereinten Nationen. Nach dem europäischen Standard müssen Rechnungen in der CII-Syntax von allen öffentlichen Verwaltungen akzeptiert werden. Die CII selbst wiederum basiert auf dem aktuellen technologischen Datenmodell Supply Chain Reference Data Model (SCRDM) der UNO. In beiden Themenbereichen (CII und SCRDM) unterstützt SEEBURGER als Innovator und Meinungsbildner in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

SEEBURGER bietet auch eine breite Palette von E-Invoicing-Lösungen fĂĽr Unternehmen und Behörden in ĂĽber 55 Ländern an. Diese Lösungen können vor Ort (Inhouse-Betrieb), als Cloud-Lösung und als Hybrid-Lösung betrieben werden. SEEBURGER bietet eine breite Palette an Ăśbertragungsoptionen sowie internationale und länderspezifische E-Invoicing-Formate – sowohl fĂĽr eingehende als auch fĂĽr ausgehende Rechnungen. DarĂĽber hinaus ist SEEBURGER ein Peppol Access Point Betreiber. Die SEEBURGER E-Invoicing-Lösungen können unabhängig vom jeweiligen ERP-System eingesetzt werden. Eine besonders tiefe Systemintegration wurde fĂĽr die Module unseres Partners SAP (z.B. SD, IS-U, etc.) entwickelt.

Einen detaillierten Ăśberblick darĂĽber, was Sie ĂĽber E-Invoicing wissen sollten, finden Sie in unserer Integrationsterminologie.

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Ăśber den Autor:

Rolf Wessel
Rolf Wessel ist seit 2010 Produktmanager bei der SEEBURGER AG für Software-Applikationen und -Services für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch. Seine Schwerpunkte liegen auf Lösungen für SAP, der elektronischen Rechnung (E-Invoicing) und Innovationen für die Digitalisierung fachlicher sowie technischer Geschäftsprozesse. Das Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) hat Rolf Wessel als Experten berufen. Als Projektleiter bei der United Nations Centre for Trade Facilitation and Electronic Business (UN/CEFACT) erarbeitet er internationale Handelserleichterungen und etabliert Standards für elektronische Geschäftsprozesse. Weiterhin vertritt er die deutsche Delegation des FeRD beim deutsch-französischen Workshop mit dem Forum National de la Facture Electronique (FNFE) und unterstützt damit die Regierungsinitiative zur internationalen Standardisierung und Harmonisierung von E-Invoicing-Prozessen. Er ist Mitarbeiter im Arbeitsgremium "Elektronisches Geschäftswesen" beim Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) und Verband elektronische Rechnung (VeR). Rolf Wessel ist Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) mit den Schwerpunkten Finanzwirtschaft und Produktionsplanung. Nach Berufsstationen in der Elektro-, Finanz-, Konsumgüter-, Software- und Mineralölindustrie war er von 2003 bis 2010 Systemanalytiker und IT-Projektleiter im Handels- und Logistikumfeld.

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